Von Glücksspielfürsten und Casino Königen

06.12.2017

Glücksspieler gibt es weltweit Millionen. Automatenkönige, Glücksspielbarone oder Casino Mogule können sich hingegen nur die wenigsten aller Zeitgenossen nennen. Gemeint sind damit Unternehmer, die mit Wetten, Automatenspielen oder dem Bau und Betrieb von Casinos in aller Welt ein Vermögen und sich selbst einen Namen gemacht haben.

Wir stellen Ihnen einige dieser Unternehmer vor, die mit der Geschäftsidee Glück das grosse Los gezogen haben – und sich ihrerseits mit Glück, dem richtigen Gespür, aber auch jeder Menge Geschick bis an die Weltspitze hochgespielt haben.

Von Espelkamp zum Universum: Paul Gauselmann, Deutschland

Paul Gauselmann

Paul Gauselmann? Gut möglich, dass Sie diesen Namen bislang noch gar nicht gehört haben. Aber dafür haben Sie wahrscheinlich mindestens schon einmal vor einem Spielautomaten mit der lachenden Merkur-Sonne gestanden und die eine oder andere Münze in seinen Schlund gestopft. Genau diese Merkur-Sonne ist das Markenzeichen des besagten Mannes, der sich über Jahrzehnte hinweg ein sensationelles Merkur-Universum aufgebaut hat.

Der heute 83-jährige Gauselmann fing in den 1950er-Jahren als Fernmelderevisor bei der deutschen Firma Telefonbau und Normalzeit an und wechselte 1956 zu einer Automatenfirma. Schon damals bewies der Deutsche seinen ausgesprochen guten Riecher und gründete parallel zu seiner Festanstellung seine eigene Firma, die ab 1957 Musikautomaten in der Region aufstellte. Damit legte er den Grundstein zu seinem Imperium, das noch heute seinen Sitz in dem beschaulichen kleinen Ort Espelkamp im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat.

1964 hatte die Gauselmann-Gruppe ganze 15 Mitarbeiter unter Vertrag – heute sind es mehr als 9.000, verteilt auf Standorte rund um den Globus. 1974 gründete der später mit einigem Respekt zum Automatenkönig gekürte Gauselmann dann im niedersächsischen Delmenhorst die erste Spielhalle. Heute existieren in ganz Europa über 500 davon.

Und da die klassischen Walzengeräte in den Spielhallen allmählich der Geschichte angehören, geht der Firmeninhaber neue Wege: Paul Gauselmann, der auch in hohem Alter noch sein Unternehmen leitet, ist mit seinen Automaten auch der Sprung ins Internet und dort in die Online Casinos geglückt.

Von Fussballwetten zum Glücksspielbetreiber: William Hill, Grossbritannien

William Hill

Manchen Zeitgenossen scheint die Vorliebe für Wetten und Glücksspiel geradezu in die Wiege gelegt zu werden. Ein Beispiel dafür ist William Hill, dessen Interesse für die Glücksspielbranche schon in jungen Jahren begann. 1903 in Birmingham geboren brach William als Zwölfjähriger die Schule ab, um auf dem Bauernhof seines Onkels zu arbeiten. In dieser Zeit entdeckte der Junge seine Faszination für das Wetten. Unter Umgehung der Gesetze nahm er Sport- und Pferdewetten an und beschloss dann im zarten Alter von 16, sein Glück in die eigenen Hände zu nehmen.

Das bis heute unter seinem Namen laufende Unternehmen geht auf das Jahr 1934 und das erste William Hill Wettbüro in London zurück. Derlei Buchmacherei war seinerzeit eigentlich illegal, aber mithilfe eines postalischen und telefonischen Wettservices trickste Hill das britische Justizsystem elegant aus.

Hills Geschäfte florierten und schon bald gründete er unter seinem Namen eine Aktiengesellschaft. Endgültig einen Namen machte Hill sich, als er als erster seiner Zunft Fussballwetten mit fixen Quoten anbot.

Während der 1950er-Jahre wurde William Hill zu einem allgemein bekannten Begriff und wickelte Geschäfte mit über 400.000 Kunden ab. Nach Hills Tod im Jahre 1971 wechselte das Unternehmen mehrmals den Besitzer. 1996 wurde es den Wettbüros auf der Insel erlaubt, Spielautomaten aufzustellen.

Zusätzlich machte das Unternehmen auch den entscheidenden Schritt in die digitale Welt. In der Tat war William Hill das erste Unternehmen, das unter dem Namen Sportsbook Online Wetten anbot. 2000 ging das William Hill Online Casino ans Netz, 2003 wurde dem Unternehmen ein eigener Pokerraum hinzugefügt.

Heute beschäftigt das Unternehmen William Hill mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich, Irland und Gibraltar ca. 16.600 Mitarbeiter.

Vom Medienmogul zum Casino-König: James Packer, Australien

James Packer

James Packer ist der Sohn des Medienunternehmers Kerry Packer. Im Jahr 2005 und nach dem Tod seines Vaters übernahm der Geschäftsmann die Leitung des Medienunternehmens Press Holdings Limited. In weiser Vorahnung dessen, dass die Online Medien den schleichenden Tod der Printmedien bedeuten würden, verkaufte Packer die beiden wichtigsten Standbeine seines Unternehmens, Channel Nine und Australien Consolidated Press. Den nicht unbeträchtlichen Erlös aus den Firmenverkäufen nutzte er dazu, sich ein eigenes Imperium ganz nach seinem Geschmack aufzubauen: das Glücksspiel- und Tourismusgeschäft Crown Resorts.

Ob Glück oder Geschick – James Packer sah eine rosige Zukunft für das Glücksspiel und den Tourismus voraus und sollte damit auch Recht behalten, wie sich herausstellt. Tatsächlich machte er Crown Resorts zu der grössten Unterhaltungs- und Resort-Gruppe Australiens und er selbst wurde weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt.

Auch wenn er sich in der Folge mit dem einen oder anderen Casino-Deal verzockte, kam Packer immer wieder auf die Beine. So überstand er auch die Finanzkrise, von der auch das Glücksspielgeschäft gebeutelt wurde. Heute rangiert Packer auf Platz 291 der reichsten Personen der Welt. Nach Angaben des Forbes Magazine gehört der Australier mit einem Vermögen von 3,7 Milliarden Dollar (2017) zu den reichsten seiner Landsleute.

In Zukunft plant Packer sein Glücksspiel-Imperium weiter zu vergrössern und so seinen Unternehmenswert weiter in die Höhe zu treiben. Derweil dreht sich bei seinen Plänen fast alles um den Bau eines mindestens zwei Milliarden Dollar teuren Casino-Turms im neuen Finanzzentrum Barangaroo in Sydney.