Magritte, Andy Warhol & Co.: Kunstwerke in Casinos

11.12.2017

Künstler der Spielkarten oder der Jetons kann man an den Spieltischen der Glückspielhäuser in aller Welt immer wieder antreffen. Doch es gibt auch zahlreiche Spielcasinos, die sich große Kunst an die Wände hängen. Um ihre Besucher zu inspirieren und vielleicht auch zum Spiel zu motivieren, stellen manche Casinos zu Dekorationszwecken künstlerische Meisterwerke in ihren Sälen zur Schau.

Wir haben einen Blick in verschiedene Casinos geworfen und stellen hier einige vor, die sich Kunstwerke ins Haus holen und damit bei Spielern und Besuchern punkten. Oder die ihre Kunstwerke veräußern, um sich finanziell besser aufzustellen.

Andy Warhol, Elvis Presley und Marlon Brando im Casino

Triple Elvis und Four Marlons

Fast 40 Jahre lang hat eine Spielbank im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ihre Besucher mit dem Anblick von Kunstwerken aus der Hand von Andy Warhol erfreut. 2014 hat sie dann ihre Kunstwerke versilbert. Was das Casino in Aachen in den 70er Jahren einst für weniger als 100.000 Euro von einem damals nur Kennern bekannten Künstler einkaufte, brachte bei einer Auktion von Andy-Warhol-Werken eine dreistellige Millionensumme ein.

Die beiden Warhol-Drucke des nordrhein-westfälischen Casino-Betreibers Westspiel übertrafen in New York alle Erwartungen und wurden für umgerechnet insgesamt 120 Millionen Euro im Auktionshaus Christie’s versteigert – 20 Millionen Euro mehr als erwartet, und satte 820-mal so viel, wie sie Ende der 70er Jahre gekostet hatten. Für den großen Siebdruck „Triple Elvis“, ein dreifacher Elvis Presley, der mit einem Revolver auf die Bieter zielte, erfolgte der Zuschlag bei 81,9 Millionen US-Dollar.

Das Bild „Four Marlons“, das Marlon Brando mit Ledermütze auf einem Motorrad aus dem Film Der Wilde (Originaltitel: The Wild One) zeigt, genau wie der Dreifach-Elvis gut zwei Meter hoch und 1,70 Meter breit, brachte 69,6 Millionen US-Dollar ein. Beide Werke zusammen kamen also auf mehr als 151,5 Millionen US-Dollar. Gekostet hatte „Triple Elvis“ einst 85.000 US-Dollar, die Brandos 100.000 US-Dollar.

Zum weiteren Kunstbestand von Westspiel gehören zehn „Marilyn Monroe“-Siebdrucke von Warhol. Außerdem besitzt sie Werke von Günther Uecker, Otto Piene, Salvador Dalí und Robert Indiana. Die Werke sind teils eingelagert oder hängen zu Dekorationszwecken in anderen Casinos.

Schweizer Kunst am Spieltisch: die Ausstellung „Aemtler Künstler“

Aemtler Kunstler

Alle drei Jahre organisiert die Kunstkommission der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirkes Affoltern (GGA) die Ausstellung „Aemtler Künstler“. Im Herbst 2013 fand die Ausstellung im Casino-Saal in Affoltern mit 40 ausstellenden Kunstschaffenden statt. Der anhaltende Boom gibt den Optimisten recht: Seit 2006 gibt es eine Kunstbiennale. Lorenzo Rudolf, der ehemalige Chef der Art Basel, eröffnete 2011 im Casino-Hotel Marina Bay Sands die Kunstmesse „Art Stage Singapore“, die ihren Schwerpunkt auf die Länder des ASEAN-Raums legt.

Bremer Spielbank: Roulette, Blackjack und Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Beckers Häuser, Birken und Mond

Die Bremer Spielbank möchte zwei Gemälde von Paula Modersohn-Becker verkaufen, um ihre Kassen aufzubessern. Die beiden 1902 entstandenen Gemälde „Häuser, Birken und Mond“ und „Anbetung“ könnten nach Schätzungen dem Glücksspielhaus mehrere Hunderttausend Euro einbringen. Die beiden Werke sind für das Gesamtwerk der als Wegbereiterin der Moderne geltenden Malerin (1876-1907) von einiger Bedeutung.

Grand Casino Knokke in Belgien: 72 laufende Meter René Magritte

Rene Magritte im Knokke Casino

Das Casino im belgischen Badeort Knokke: Attraktion für Spieler und für Kunstbegeisterte. Die Wand ziert ein 72 Meter langes Gemälde des Belgiers René Magritte (1898-1967). Der Meister des Surrealen hat es 1953 angebracht und „Le Royaume Enchanté“ – „Die verwunschene Gegend“ – genannt. Es sind seine bekannten Motive, die der Künstler neu komponiert und zu einem Kreis verbunden hat: Apfel, Taube, Himmel, Wolke, Löwe – ein Panorama seines künstlerischen Universums.

So sagt er über eine steinerne Sitzgelegenheit: „Ein legendärer Stuhl gefällt sich darin, sich neu zu erfinden.“ Die Wirklichkeit neu erfinden – das war auch Magrittes künstlerisches Ziel. „Ich achte darauf, nur Bilder zu malen, die das Mysterium der Welt evozieren.“ Und so bleibt der Betrachter allein mit Magrittes Ikonen der Rätselhaftigkeit, die die Wände des Saals in Knokke schmücken.

Schweizer Künstlergruppe im Casino Kitzbühel

Kitzbüheler Kunst-Sommers

Die Schweizer Künstlergruppe LOGOLINE präsentierte ihre Werke im Sommer 2017 zur Eröffnung des jährlichen Kitzbüheler Kunst-Sommers. Bereits zum sechsten Mal fand die feierliche Eröffnung des Kitzbüheler Kunst-Sommers in den Räumlichkeiten des Casino Kitzbühel statt.