Die Philosophie des Glücksspiels

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28.11.2018

Wenn es ums Glücksspiel geht, hat jeder seine eigene Sicht auf die Dinge. Manche lehnen es von Vornherein ab. In einigen Ländern wurde das Spiel um Geld im Laufe der Zeit sogar verboten, in Japan war es das sogar bis vor bloss ein paar Jahren. Andere sehen es als harmlosen Spass.

Die Wahrheit liegt natürlich irgendwo dazwischen. Es kann unterhaltsam und gleichzeitig harmlos sein, wenn nur gelegentlich mit geringen Einsätzen gespielt wird. Aber es kann auch extrem destruktiv sein. Jeder kennt Fälle, in denen jemand finanziellen oder persönlichen Schaden am Glücksspiel genommen hat.

Es ist schwierig, alle Weltanschauungen zu erklären, die mit dem Glücksspiel zusammenhängen. Es gibt aber mit Sicherheit einige interessante Perspektiven auf das Spiel, die wir hier betrachten wollen.

Zwei Seiten der Münze

Wenn wir versuchen, die Philosophie des Glücksspiels zu greifen, finden wir einige verschiedene Interpretationen. Die Casino-Philosophie unterscheidet sich nämlich sehr von derjenigen der Spieler. Das Casino möchte natürlich so viel Geld wie möglich aus dem Spiel schlagen, also ist es sein Ziel, Kunden bei Laune zu halten, damit sie weiterhin fröhlich Geld einzahlen.

Auf der anderen Seite haben Spieler viele Verschiedene Anschauungen, wenn es um das Glücksspiel geht. Manche gehen das Spiel lieber mit Systemen an, die auf Quoten und Mathematik beruhen. Im Poker ist das Kartenzählen eine gängige Taktik.

Sie kann auch für Vorhersagen in anderen Kartenspielen genutzt werden, wenn Sie gut sind, aber Sie werden höchstwahrscheinlich auch des Casinos verwiesen. Andere nutzen eher Rituale oder Glücksbringer wie Glückspulli & Co., währen wiederum andere eher zum Spass spielen.

Die Wissenschaft hinter dem Glücksspiel

Hinter der persönlichen Auffassung vom Glücksspiel mögen einige weniger greifbare Faktoren stecken. Allerdings gibt es wissenschaftliche Belege dafür, warum einige von uns es so spannend finden.

Es stellt sich heraus, dass das Glücksspiel zumindest bei manchen ein Ungleichgewicht zwischen bestimmten Bereichen im Gehirn hervorrufen kann, die mit Belohnungen und Emotionen verbunden sind. Diese kognitive Verzerrung kann manche Leute viel sensibler und anfälliger für eine Glücksspielsucht machen.

Dieser Effekt bringt die Illusion mit sich, knapp davonzukommen und die Idee, persönliche Kontrolle zu haben. Dies ruft emotionale und Belohnungsreaktionen hervor, die solches Verhalten weiter fördern. Logischerweise hat dies aber keine Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit, ein Glücksspiel zu gewinnen.

Die Ethik des Glücksspiels

Ein Bereich, in dem die Philosophie als akademische Disziplin und das Glücksspiel sich treffen, ist derjenige der Ethik. Es gibt fortwährende Debatten darüber, welchen ethischen Einfluss das Glücksspiel hat und wie es eingeschätzt wird.

Im Vereinigten Königreich wurde beispielsweise kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das die Maximaleinsätze für Wettstellen mit festen Qutoen senkt. Zuvor konnten Spieler alle 20 Sekunden bis zu 100 Pfund in Tischspielen einsetzen, wenn sie wollten.

Die ethische Frage dahinter war, ob es akzeptabel ist, Spielern mit der zuvor beschriebenen Tendenz dazu, mehr als andere zu spielen, zu erlauben, tausende von Pfund innerhalb von Minuten zu verlieren. In diesem Fall wurde entschieden, dass es nicht hinzunehmen ist.

Ein Argument dagegen ist, dass diese Entscheidung individuell getroffen werden sollte und es einen Eingriff in den freien Willen darstellt, zu entscheiden, ob man spielen möchte oder nicht und wie viel man einsetzen möchte.

Diese ist eine sehr vereinfachte Art, die Angelegenheit zu betrachten, weil es beim Spielen viele Faktoren zu beachten gibt, wie u.a. den äusserlichen Einfluss von Wettanbietern bzw. Buchmachern, finanzieller oder gesellschaftlicher Druck.

Wir können wahrscheinlich alle damit leben, dass diese Entscheidung die richtige war. Sie stellt ausserdem ein Beispiel dafür dar, wie Philosophie und das Glücksspiel kontrovers aufeinandertreffen.

Persönliche Auffassungen vom Glücksspiel

Einige der interessantesten und pragmatischsten Philosophien bezüglich des Glücksspiels kommen von professionellen Spielern. Wenn Sie ein Interview mit einem Profi lesen, dann reden sie davon, welche Freiheit ihre Lebensweise ihnen gibt. Allerdings verlangt er auch eine strikte persönliche Disziplin und eine gewisse Einstellung zum Glücksspiel – egal, ob sie sich auf Poker, Baccarat, oder Online-Slots spezialisiert haben.

Letztendlich gibt es nicht nur die eine Sichtweise auf das Glücksspiel. Eng damit verbunden sind wahrscheinlichkeitsbasierte Theorien, Logik und die Philosophie der Wahrscheinlichkeit. Diese Bereiche widmen sich eigentlich jedoch eher Dingen wie der Quantentheorie.

Sie müssen natürlich kein Experte auf dem Gebiet sein, um einen Gewinn im Casino zu erzielen. Doch egal, ob Sie Ihre Drehung am Spielautomaten mit Talisman oder Wahrscheinlichkeitsberechnung angehen, es schadet nicht, das Spiel mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.